Antwort auf den Beitrag "Re:Israel und Palästina" posten:
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>Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches (Vorläufer der Türkei, ca. 1300 (!) bis 1920) wurde Großbritannien vom Völkerbund (Vorläufer der UNO) das Mandat für ein Gebiet namens Palästina übergeben, das weit größer war als das heutige Israel, Gazastreifen und Westjordanland. > >Die Bezeichnung "Palästina" hätte auch andere Bezeichnungen haben können, bspw. "Jordanien". (Aus Teilen des Mandatsgebiet löste sich nicht nur Israel heraus, sondern u.a. auch das heutige Jordanien.) Es leitet sich also kein Anspruch nur von Palästinensern auf das Mandatsgebiet ab, nur weil es "Palästina" hieß - vielmehr haben über Jahrhunderte viele Bevölkerungsgruppen auf diesem Gebiet unter der Herrschaft der Osmanen gelebt. > >Die Rechtfertigung, auf dem Mandatsgebiet jüdische Siedlungen anzulegen, war a) dass es dort historisch bedingt schon jüdische Siedlungen gab (ebenso arabische und andere) und b) es der Mandatsauftrag war, einen jüdischen Staat zu errichten. Dabei sollte das Mandatsgebiet für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufgeteilt werden; das Königreich Jordanien hat sich als erstes Land bereits sehr früh herauskrisallisiert, da es für sich einfach die Gebiete östlich des Jordan reklamieren konnte. > >Obwohl die Briten sehr viel für den Aufbau des Landes in ihrer Mandatszeit getan haben, ist es ihnen nicht gelungen eine Einigung zwischen den jüdischen und arabischen Bevökerungsgruppen zur Aufteilung des Landes zu erzielen. Im Laufe des 2. Weltkrieges haben die Briten das Gebiet immer stärker vernachlässigt, sodass Juden und Araber begonnen sich gegenseitig zu bekämpfen (d.h. Bürgerkrieg). > >Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges und kurz vor Ende des britischen Mandats gab es einen offiziellen Teilungsplan der UNO, der von den wichtigsten jüdischen Meinungsvertretern akzeptiert wurde, von den arabischen Verantwortlichen jedoch nicht. (Das jüdische Gebiet war etwas kleiner als das heutige Israel.) Die Briten zogen sich zurück und überließen das Mandatsgebiet sich selbst - eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Juden und Arabern zur Aufteilung des Landes war unvermeidlich. > >Der Staat Israel wurde von den Juden für das ihnen vom UN-Teilungsplan zugesprochene Gebiet unmittelbar nach dem Abzug der Briten ausgerufen; die USA, die Sowjetunion und weitere Länder erkannten das Land sofort an um einen gewalttätigen Konflikt zu vermeiden. Trotzdem erklärten die arabischen Nachbarn Israels dem Land den Krieg. Im Laufe dieses "Israelischen Unabhängigkeitskrieges" konnte Israel nicht nur das Land behaupten, sondern auch in seiner Fläche erweitern. > >Der heutige Gaza-Streifen wurde anschließend von den Ägyptern besetzt, das heutige Westjordanland von Jordanien. Beide Länder haben sich in dieser Zeit der Besetzung nicht mit Ruhm bekleckert - in den 20 Jahren bis zur Besetzung durch die Israelis nach dem Sechs-Tage-Krieg wurde den Palästinensern weder das Recht auf Selbstverwaltung eingeräumt geschweige denn ein palästinensicher Staat etabliert. > >Es ist also nicht so, dass den Palästinensern ihr Land genommen wurde. Vielmehr ist es so, dass die Briten und der Rest des Völkerbundes bzw. der UNO eine Aufteilung des Landes unter seinen verschiedenen Bevölkerungsgruppen nicht (vollständig) hinbekommen haben - auch bedingt durch den von uns Deutschen verursachten 2. Weltkrieg und die damit verschobene Aufmerksamkeit auf den Konflikt in Europa. > >kilian
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